2012-06-01
KRM: Weitere Schritte fr eine vorurteilsfreie Medienberichterstattung sind notwendig.

Wie die Studie „Verzerrte Bilder? Muslime in der europäischen Medienlandschaft“ der Universität Bielefeld und der Keele University in Großbritannien vom 30.05.2012 zeigt, nutzen gerade Muslime mit Migrationshintergrund verstärkt Mainstream Medien.

„Gerade solche Studien, die sich kritisch mit einer gesellschaftlich relevanten Thematik wie der Medienlandschaft und dem Umgang von Muslimen mit Medien beschäftigen, sind sehr zu begrüßen“, kommentiert der Sprecher des Koordinierungsrats der Muslime (KRM) Ali Kızılkaya.

Die Studie zeigt auf, dass gerade keine Bildung von parallelen Mediengesellschaften, sondern vielmehr eine kritische Mediennutzung vorherrschend ist. Weiterhin zeigt sie den Vorteil der Mehrsprachigkeit auf, da Muslime in Europa der Studie zufolge die hiesigen Medien mit der Berichterstattung der Medien ihrer Ursprungsländer vergleichen, um sich dann eine eigene Meinung zu bilden.

„Die Mehrsprachigkeit ermöglicht ihnen einen breiteren Zugang zu globalen Informationen. Die Vernachlässigung der mehrsprachigen Erziehung durch die Politik sollte nach diesen Ergebnissen überdacht werden“, so Kızılkaya.

Besorgniserregend ist die Empfindung vieler Muslime, dass sie sich von islamfeindlichen Berichterstattungen bedroht fühlen. „Wenn Muslime in den Medien häufig in negativen Zusammenhängen als Angehörige des Islams besonders hervorgehoben werden, darf man sich über solch eine Wahrnehmung nicht wundern“, stellt der KRM Sprecher fest und führt weiter aus: „Allerdings ist es positiv zu bewerten, dass gerade solche Berichterstattungen in der letzten Zeit stark nachgelassen haben. Die Schritte zu einer vorurteilsfreien Medienberichterstattung müssen jedoch weiter ausgebaut werden. ‘‘, so Kızılkaya abschließend.
   

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